24.01.2020 (zuletzt geändert) | von: Fritz

Haare Aufbau ... eine spannende Reise zu den Ursprüngen unserer Haare

Haar Aufbau, eine spannende Reise zu den Ursprüngen unserer Haare
Jeder Mensch hat sie, der eine mehr, der andere weniger. Aber wie ist so ein Haar eigentlich aufgebaut?

Der Mensch ist eine haarige Angelegenheit! Schließlich hat er ungefähr 5 Millionen Haare bzw „Haaranlagen“. Aber wie ist so ein Haar eigentlich aufgebaut und was lernt man daraus für das Haarstyling?

 

Schrumpfe mit uns gemeinsam auf Miniaturgröße und begib dich auf eine abenteuerliche Reise zu den Ursprüngen des Haares!  


1. Wie ist der Aufbau der Haare?

Wären wir winzig klein und könnten auf der Haut entlang spazieren, kämen wir wahrscheinlich ganz rasch an einem Haar vorbei.

 

Haarschaft: Das was vor uns als „Haar“ in die Höhe ragen würde, was wir also außerhalb der Haut sehen, bezeichnen die Profis als „Haarschaft“.

 

Haarfollikel und Haarwurzel: Dieser verschwindet in einer Vertiefung der Haut, dem „Haarfollikel“. Der Haarfollikel reicht wie eine Höhle ein ordentliches Stückchen nach unten und der in ihm verschwindende Teil des Haares wird als Haarwurzel bezeichnet. Das Haar wächst immer schräg aus der Haut und an Haarwirbeln erkennt man besonders gut die Fallrichtung.(1)

 

Haarzwiebel: Nun könnten wir wie Höhlenforscher an der Haarwurzel entlang nach unten klettern. Wir kämen dann bis zu einer knollenartigen Verdickung der Haarwurzel. Das ist die „Haarzwiebel“. Dort endet das Haar in der Haut.(2)

 

Haarpapille: Auf dem Boden der Haarzwiebel befindet sich ein Zapfen aus Bindegewebe, feinen Blutgefäßen und Nervenfasern, die „Haarpapille“.(3) Die feinen Blutgefäße stellen die Versorgung mit Blut und dadurch auch mit Nährstoffen sicher.(4)

 

Matrix: Oberhalb der Haarpapille werden während der Wachstumsphase des Haares ständig neue, runde Zellen aus Protein (Eiweiß) gebildet, die von nachfolgenden Zellen in Richtung Hautoberfläche nach oben geschoben werden.(5) Dieser Bereich wird „Matrix“ genannt, also gleich wie die computergenerierte Traumwelt aus dem gleichnamigen, bekannten Science Fiction Film mit Keanu Reeves. Wahrscheinlich würde uns die Welt unter der Haut auch wie eine „Traumwelt“ vorkommen. 

 

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Was hat Keratin mit Haaren zu tun? Die Richtung Hautoberfläche geschobenen Zellen verhornen während ihrem Aufstieg zunehmend, werden also härter. Bis die Zellen an die Hautoberfläche gelangen, sind sie endgültig zu Keratin verhärtet. Sie werden dabei immer länglicher und nehmen schließlich eine Spindelform an. Diese länglichen Keratinfasern werden auch „Fibrillen“ genannt. (6) So entsteht der Haarschaft bzw das Haar, das wir bei unserer Wanderung auf der Hautoberfläche entdeckt haben.

 

Muskel - Wie kommt es zur Gänsehaut? Nun wird es wieder Zeit, der Haarwurzel entlang nach oben zu klettern. Dabei kommen wir nicht nur an feinen Nervenfasern vorbei, sondern auch an einem Muskel, der an den Haarfollikel heranreicht, also an die Hautvertiefung, in der das Haar wächst. Als „Nicht-Spezialisten“ bezeichnen wir den Muskel einfach bildhaft als „Haarbalgmuskel“. Er zieht sich bei bestimmten Reizen wie Kälte zusammen und richtet dadurch das Haar auf. Das nimmt man dann als „Gänsehaut“ wahr.(7)

 

Talgdrüse und Kopfhautfett: Wir klettern weiter nach oben. Bevor wir endgültig wieder an die Hautoberfläche gelangen, müssen wir durch eine „matschige“ Zone, denn wir kommen an einer Talgdrüse vorbei und das neben uns ständig wachsende Haar transportiert das Talg an die Hautoberfläche. Dieses „Kopfhautfett“ schützt die Hautoberfläche und das Haar vor äußeren Einflüssen.(8)  


2. Der Haarstruktur Aufbau

Wieder an der Hautoberfläche angelangt, kennen wir nun den Ursprung des Haares. Fehlt noch ein Blick auf die „inneren Werte“. Gut, dass wir auch den Akkuschrauber miniaturisiert haben und nun ein Loch ins Haar bohren können! Dabei lernen wir die drei Haarbereiche kennen… (9)

 

Schuppenschicht (Cuticula): Bei einem genauen Blick auf das Haar fällt die schuppige Außenschicht auf. Das Haar erinnert an einen ewig langen Tannenzapfen bzw an ein Schindeldach.  Flache, übereinander liegende Plättchen bzw Schichten sorgen für eine „dachziegelartige“ Struktur. Die sichtbaren Kanten der Schindeln zeigen in Richtung Haarspitze.

  • Gesunde Haare: Ist das Haar nicht durch äußere Einflüsse beeinträchtigt, liegen die Schichten eng übereinander. Die Oberfläche reflektiert das Licht gut. Das Haar glänzt und wirkt gesund. Die inneren Haarschichten werden gut vor äußeren Einflüssen geschützt.
  • Beanspruchte Haare: Bei einem stark beanspruchten Haar stehen die Plättchen bzw Schichten stärker ab. Das Haar wirkt glanzlos.  

 

 

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oben: gesunde Haare | unten: beanspruchte Haare

Haar Mikroskop
Haar unter dem Mikroskop
Schuppenschicht Haare Mikroskop
Schuppenschicht unter dem Mikroskop

 

Faserschicht (Cortex): Nun wird es Zeit, ein Loch durch die äußere Schuppenschicht ins Haar zu bohren. Wir stoßen nach 6 bis 8 Lagen Schuppen auf die Faserschicht. Sie macht mit ca. 80 Prozent den größten Teil des Haares aus und besteht aus ineinander verschlungenen Fasersträngen („Makrofibrillen“), die ihrerseits aus den bereits erwähnten unzähligen feinen Keratinfasern („Mikrofibrillen“) bestehen. Umhüllt sind die Mikrofibrillen von einer schwefelreichen Masse, die für eine gute Verbindung sorgt.

 

Mark (Medulla): Bei manchen Haaren würden wir im „Zentrum“ des Haares auf eine kanalförmig verlaufende, schwammige Masse mit Lufteinschlüssen stoßen. Sie verleiht dem Haar zusätzliche Stabilität. Es gibt sie aber nicht bei jedem Haar. Bei sehr feinem Haar fehlt diese Masse völlig.

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Literaturverzeichnis:

(1) https://www.netdoktor.de/anatomie/haare/

(2) http://www.medizinfo.de/hautundhaar/haar/haaraufbau.htm

(3) https://www.netdoktor.de/anatomie/haare/

(4) https://www.meds4all.com/de/haarausfall/aufbau-haar

(5) Jany/Diekmann/Lipp-Thoben , Friseurfachkunde, 6.Auflage, 2009.

(6) Jany/Diekmann/Lipp-Thoben , Friseurfachkunde, 6.Auflage, 2009.

(7) https://www.gesundheitsinformation.de/wie-sind-haare-aufgebaut-und-wie-wachsen-sie.3353.de.html

(8) Terhorst-Molawi, Basics Dermatologie, 5.Auflage, 2019.

(9) Rae-Dupree/Dupree, Übungsbuch Anatomie und Physiologie für Dummies, 2014.


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