28.03.2021 | von: David 

Glätteisen mit Sensor: Welche gibt es und macht das Sinn?

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Glätteisen mit Sensor: Die Zukunft gehört den Sensoren.

david

von: David (Gastautor)

Ausgewiesener Experte zum Thema Sensoren:

Head of Forefront Innovation Environmental Sensors bei Infineon Technologies 

Dr.-techn. PhD; Sensors and Actuator Systems

Geschäftsführer der addaid GmbH

 

Vor zirka 50 Jahren sind wir das erste Mal am Mond gelandet. Inzwischen hat "Hi-Tech" viele Bereiche unseres Lebens erobert. Neue Technologien und Sensoren haben es heute in unsere Badezimmer oder Küchen geschafft und werden als selbstverständlich angesehen. Neil Armstrong hat es auf den Punkt getroffen, als er sagte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“.

 

Dieses Jahrhundert gehört definitiv den Sensoren. Sie überwachen die Luftqualität, helfen beim Einparken und sind in vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Auch Glätteisen mit Sensoren gibt es mittlerweile. Aber macht das überhaupt Sinn? Welche Vorteile haben wir dadurch eigentlich? Und wie passt dies mit der Mondlandung zusammen?

  


Inhaltsverzeichnis Glätteisen mit Sensor

GHD Glätteisen Sensor
Der GHD Gold Styler (schwarz) und der GHD Platinum Plus Styler (blau) sind Glätteisen mit Sensor

1. Sensoren gegen kaputte Haare

Es ist kein Geheimnis, dass Haare empfindlich auf Hitze reagieren. Sie trocknen zusehends aus. Die äußere Schuppenschicht öffnet sich und die Haare wirken glanzlos und strapaziert. Im schlimmsten Fall brechen völlig ausgetrocknete Haare einfach ab.

 

Von allen Seiten hört man deshalb den Tipp: „Lass nicht zu viel Hitze an deine Haare“!

 

Leichter gesagt als getan. Einerseits arbeiten viele Stylingtools wie Haartrockner, Glätteisen und Lockenstäbe mit Hitze, damit sich die Haare formen lassen und die Frisur hält. 

 


Haare werden geglättet
Wellige/ krause/ lockige Haare werden oft nur mit ausreichend Hitze formbar.

Andererseits ist es schwer zu beurteilen, wann mit der Hitze Schluss sein sollte. Wie viel Hitze die Haare vertragen, hängt nämlich nicht nur vom Haartyp ab, sondern auch vom aktuellen Zustand der Haare. Dünne Haare vertragen weniger Hitze als dicke und strapazierte Haare vertragen weniger als gesunde.

 

Hier kann man noch einmal die Mondlandung ins Spiel bringen. Nicht nur die Haare müssen geschützt werden, sondern auch die Materialien, welche mit den Haaren in Kontakt sind und dabei auf eine sehr genaue Temperatur geregelt werden sollten. Diese Kontaktflächen bestehen, bei einigen Glätteisen, aus denselben Oberflächen wie damals die Hitzeschilder der Spaceshuttles. Diese wurden speziell entwickelt, um hohen Temperaturen problemlos zu trotzen, sowie auch Reibungsverluste zu vermeiden. Keramik oder PTFE (auch Teflon genannt) eignet sich hier sehr gut. 

 

Remington Glätteisen beim Glätten
Die meisten Glätteisen haben mittlerweile hitzebeständige Beschichtungen aus Keramik und ähnlich robusten Materialien. Im Detail gibt es natürlich deutliche Qualitätsunterschiede.

Aber wie regelt man die Temperatur so genau? Hier kommen Sensoren ins Spiel. Präzise gesagt: Temperatursensoren. Sie können Temperaturen überwachen und die Hitze (oder eigentlich den Wärmefluss) steuern. Deshalb stecken mittlerweile in vielen beliebten Glätteisen Sensoren. Früher hatte man einfache Zweipunkt-Regler wie im Bügeleisen, sogenannte Bi-Metall-Schalter, diese konnte man auch beim Ein- und Ausschalten sehr gut an einem „Ping“ hören.

 

Aber rein nur Einschalten und Ausschalten regelt die Temperatur nur ungenau und trifft die Erwartungshaltung an ein gutes Glätteisen nicht wirklich. Gebügelte Wäsche ist hier wesentlich unbeeindruckter als unsere gesunden Haare.

 

Kommen wir aber zu konkreten Beispielen und sehen uns die aktuellen Glätteisen mit Sensor einiger Hersteller an.

 

GHD Platinum Plus in den Haaren
Moderne Glätteisen sind Hi-Tech Geräte: Das GHD Platinum Plus heizt binnen weniger Sekunden auf, hat eine hochwertige Keramikbeschichtung und Sensoren, die 250x pro Sekunde die Temperatur überwachen.

2. Interessante Glätteisen mit Sensor

2.1. GHD Glätteisen mit Sensor(en)

„Good Hair Day“ ist für seine exklusiven Profi-Glätteisen bekannt. Inzwischen sind alle aktuellen GHD Haarglätter sensorgesteuert. Dem Hersteller geht es dabei in erster Linie um eine konstante Temperatur an der Kontaktfläche zu den Haaren.

 

Erstens sorgt das für schöne Ergebnisse, weil alle Haarsträhnen gleichmäßig viel Hitze oder Wärme abbekommen. Zweitens schont eine konstante Temperatur gewissermaßen die Haare, weil „Hitzespitzen“ vermieden werden.

 

Das Minimieren der Temperaturschwankungen bzw das Vermeiden kurzer Temperaturspitzen ist das eine Thema, das andere ist auch - wie zuvor besprochen - der Haartyp selbst. Dicke und dünne Haare und natürliche und getönte oder gefärbte Haare haben andere Eigenschaften. Im Idealfall werden diese von Sensoren gut erkannt und dementsprechend auch die Temperatur angepasst.

 

Der beliebte GHD Gold Styler* (zum Testbericht) hat pro Stylingplatte einen Sensor, ebenso der neue GHD Max Styler* („Dual Zone Technologie“). 

 

GHD Gold Styler
Der beliebte GHD Gold Styler hat je Stylingplatte einen Sensor ("Dual Zone Technologie").

 

Die aktuellste Sensor-Technologie von GHD steckt aber im Platinum Plus* (zum Testbericht), wo die Temperatur 250x pro Sekunde durch Sensoren überwacht wird („Ultra Zone Technologie“).

 

Warum muss man 250x pro Sekunde die Temperatur überwachen? Einfach erklärt, kommt das heiße Glätteisen mit den kalten, vielleicht sogar noch leicht feuchten, Haaren in Kontakt. Dadurch wandert die Wärme des Glätteisens in die Haare ab. Wärmere Objekte geben ihre Temperatur immer in kältere Objekte ab (zweiter Hauptsatz der Thermodynamik) – daher wird auch der Kuchen im Backofen warm. Als Ergebnis verlieren die Stylingplatten des Glätteisens an Temperatur. Diese Temperatur muss wieder nachgeregelt werden, damit das Haar immer eine konstante Temperatur sieht. Der Temperatursensor wandelt deshalb die Temperatur der Heizplatte in ein elektrisches Signal um, welches dann einer Regelung sagt, wie viel sie an zusätzlicher Energie aufbringen muss, um die Heizplatten bei konstanter Temperatur zu halten. Auch dicke Haare oder dünne Haare entziehen der Heizplatten verschieden viel Energie. Nasse und trockene ebenso. Um schnell auf diese Änderungen reagieren zu können, benötigt man eben mehrere Messpunkte pro Sekunde. 

 


GHD Platinum +
Der GHD Platinum Plus Styler hat Sensoren, die 250x pro Sekunde die Temperatur überwachen ("Ultra-Zone Technologie").

2.2. Braun Glätteisen mit Sensor

Braun geht einen Schritt weiter. Das Braun Satin Hair 7 ST780* (zum Testbericht) ist nicht nur eines von wenigen Glätteisen mit Vollkeramikplatten, im Glätteisen überwachen Sensoren laufend die Feuchtigkeit im Haar und optimieren die Temperaturen, um Hitzeschäden zu vermeiden. Zusätzlich erscheinen am Display hilfreiche Hinweise zur optimalen Stylinggeschwindigkeit.

 

Was hat die Temperatur mit der Stylinggeschwindigkeit zu tun? Der Wärmetransport von den Heizplatten in die Haare benötigt etwas Zeit. Wenn das Glätteisen schnell durch die Haare gezogen wird, dann hat das Haar weniger Zeit um sich zu erwärmen. Entweder das Glätteisen benötigt dann mehr Temperatur oder man bewegt es langsamer. Ganz so einfach ist es am Ende aber doch nicht. Hier ist es auch wieder wie mit unserem Kuchen im Backofen. Dieser sollte bei 160 Grad Celsius zirka 30 Minuten backen. Er wird aber nicht gut schmecken, wenn er bei 320 Grad Celsius nur 15 Minuten bäckt. Auch die Dicke der Haare kann mit dem Kuchenbeispiel erklärt werden. Mehr Teig – als Äquivalent zu dickeren Haaren – benötigt länger, um innen auch gut auszubacken.

 

Es muss also ein guter Weg gefunden werden, um die Stylinggeschwindigkeit mit der Temperatur und dem Haartypen zusammenzubringen und zu optimieren. Der Schutz der Haare sollte dabei eigentlich immer im Vordergrund stehen. Das kann aber zu Lasten des Ergebnisses gehen: Die Haare bräuchten für ein schönes Ergebnis noch Hitze, der Sensor regelt diese aber zum Schutz der Haare nach unten. Deshalb ist der Sensormodus beim Braun Glätteisen auf eigene Gefahr auch abschaltbar. 

 


Braun St780 Haarglätter
Das Braun ST780 ist ein Sensor-Glätteisen mit Vollkeramikplatten. Die Sensoren messen die Feuchtigkeit im Haar und optimieren automatisch die Temperatur.

2.3. Philips Glätteisen mit Sensor

Der Philips Prestige Haarglätter mit MoistureProtect HP8372/00* (zum Testbericht) funktioniert ähnlich wie das beschriebene Glätteisen von Braun. Sensoren überwachen 30mal pro Sekunden die Feuchtigkeit im Haar und passen die Temperaturen automatisch an. Wie beim Braun ST780 ist der Sensor abschaltbar. Die Messung geschieht etwas weniger oft als beim GHD Platinum Plus. Je schneller die Regelung, desto besser die Anpassung an das gewünschte Endergebnis.

 

Wird das Glätteisen durch die Haare bewegt, so hat es eine bestimmte Geschwindigkeit – in der Technik spricht man hier von einem Vorschub. Dieser Vorschub ist unsere Stylinggeschwindigkeit und hängt wieder vom Wärmetransport selbst ab, also von der Frage, wie viel Temperatur die Haare pro Sekunde aufnehmen und wie viel Temperatur man nachregeln muss. Je öfter der Sensor die Temperaturänderungen an die Steuerelektronik gibt, desto genauer kann ich die Stylinggeschwindigkeit ermitteln und desto genauer kann man die Temperatur regeln. 

 


Philips Moisture Protect Glätteisen, philips hp8372/00
Das Philips Moisture Protect Glätteisen hat - wie das Braun ST780 - Sensoren, die die Feuchtigkeit im Haar überwachen und die Hitze entsprechend anpassen.

2.4. Remington Glätteisen mit Sensor

Nach dem gleichen Prinzip arbeitet auch das Keratin Therapy Glätteisen (S8590)* von Remington. Ein Hitzeschutzsensor in der oberen Stylingplatte misst die Feuchtigkeit im Haar und reguliert die Temperaturen, um Hitzeschäden zu vermeiden. 


3. Fazit Glätteisen mit Sensor

Im Beautybereich steht die Entwicklung von Sensortechnik noch am Anfang. Es gibt aber immerhin schon einige interessante Glätteisen mit Sensortechnologie. Im Einzelfall selbst zu beurteilen, wie viel Hitze die Haare gerade vertragen, ist schwer möglich. Da macht es absolut Sinn, sich von Sensoren unterstützen zu lassen.

 



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